Ehrenamtler mit Heimatpreisen gewürdigt

Ehrenamtler mit Heimatpreis ausgezeichnet.
Wir gratulieren den 3 diesjährigen Preisträgern.
Danke für Euren Einsatz.!

 

Bericht aus der Heinsberger Zeitung:

Stadtführer ganz vorne:
Ehrenamtler mit Heimatpreisen gewürdigt

 Die neuen Träger des Heimatpreises in Heinsberg sind Stadtführer Helmut Hawinkels, die Schützenbruderschaft St. Lambertus Hülhoven-Grebben-Eschweiler und die Initiative Kempen hilft.

Der in seiner Zusammensetzung verkleinerte Rat folgte mit seiner Entscheidung einstimmig dem Vorschlag des Schul- und Kulturausschusses, der zuvor über insgesamt zehn Bewerbungen abzustimmen hatte.

Ausschussvorsitzender Guido Rütten, der im Gremium zunächst um eine Vorstellungsrunde bat, stellte die Projekte zur Wahl. Die Ausschussmitglieder hatten jeweils drei, zwei und einen Punkt zur Verfügung, die sie in geheimer Abstimmung vergeben konnten. Rütten verwies darauf, wie wertvoll die Heimatförderung sei. Hätten viele Zeitgenossen früher die Nase gerümpft oder die Stirn gerunzelt, weil der Begriff Heimat mit Unbehagen behaftet, mit Traditionalismus verbunden worden sei, habe sich dies geändert.

„Heute kann man wieder unbefangen von Heimat sprechen“, erklärte er. Dies sei auch das Verdienst all der Projekte, die im Wettbewerb eingereicht worden seien. Sein Dank ging an alle Ehrenamtler und Vereinsmitglieder, die sich in diesem Bereich engagieren. Er hoffe, dass die Entscheidung von allen, die nicht zum Zuge gekommen seien, sportlich genommen werde, fügte er hinzu.

Mit 44 Stimmen hatte Helmut Hawinkels am Ende deutlich die Nase vorn und wird dafür bei der Preisübergabe im Januar durch Bürgermeister Karl Louis mit 2500 Euro belohnt. Seit er in Ruhestand sei, habe er sich intensiv mit der Geschichte seiner Heimatstadt befasst, hatte Hawinkels in seiner Bewerbung geschrieben.

„Inzwischen wurden von mir mehr als 7000 Menschen, unter anderem aus den USA, aus Russland, Polen, Spanien, Belgien und den Niederlanden durch unsere Stadt geführt und mit der Geschichte Heinsbergs vertraut gemacht.“

Aber auch viele Bewohner aus Stadt und Region würden ihr Interesse zeigen. Weiterhin bringe er Vorschul- und Schulkindern das Wissen über die Stadt näher. Und schließlich biete er zusammen mit der örtlichen Gastronomie auch sogenannte kulinarische Stadtführungen an. Helmut Hawinkels tut dies, wie er schreibt, immer ehrenamtlich. Eventuelle Spenden gebe er weiter an soziale Einrichtungen wie etwa die Heinsberger Tafel.

Platz zwei (25 Punkte), dotiert mit 1500 Euro belegte die Schützenbruderschaft Hülhoven-Grebben-Eschweiler. Sie hat mit Unterstützung der Stadt einen Rundgang von Bank zu Bank um die Drei-Dörfer-Gemeinde installiert. Geboren worden sei die Idee im November 2019 in einer Mitgliederversammlung, heißt es in der Broschüre, die den Rundgang beschreibt. Vorstandsmitglied und Stadtverordneter Guido Rütten habe Kontakt zur Stadtverwaltung aufgenommen und dort eine Zusage für Bänke und Befestigungsmaterial erhalten.

An vier Samstagen haben die Ehrenamtler dann das Wegekreuz unter Haus Hülhoven saniert und gestrichen, drei Bänke repariert und fünf Bänke an ausgesuchten Plätzen eingebaut. Der gesamte Rundgang ist 6,5 Kilometer lang. „Mit dem Projekt soll der Erholungswert in der unmittelbaren Umgebung gestärkt werden“, heißt es in der Bewerbung. Mit Hinweisschildern und Informationstafeln soll der Rundweg jetzt noch weiter ausgebaut werden.

Auf den dritten Platz (21 Punkte) wählten die Ausschussmitglieder die Initiative Kempen hilft. „Wir schlagen Ihnen vor, die wohl einmalige und seit mehr als zehn Jahren erfolgreiche Initiative einer Dorfgemeinschaft und damit auch die Dorfgemeinschaft selbst mit dem Heimatpreis 2020 auszuzeichnen“, hatten Anna Petra Thomas und Norbert Wolters als Initiatoren der Initiative an die Stadt geschrieben. Sie freuen sich über 1000 Euro.

Ihren Anfang nahm die Initiative mit der Schaffung eines Kinderzimmers nach den Wünschen eines krebskranken Kindes. Die Initiative organisierte eine Typisierungsaktion für einen an Lymphdrüsenkrebs erkrankten Kempener. Sie stellte Fahrräder für Flüchtlinge zur Verfügung oder half, einen jungen Kempener, der im Urlaub verunglückt war, nach Hause zu holen. 2019 stellte sie einer an ALS erkrankten Frau ein Spezialfahrzeug zur Verfügung.

Schon einmal wurde Kempen hilft ausgezeichnet, mit einem Sonderpreis beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Die Initiative sei einfach da, wenn Hilfe gebraucht werde, sagen die beiden. „Wir organisieren auf kurzen, unbürokratischen Wegen im Team mit vielen fleißigen Händen Hilfe da, wo sie dringend nötig ist, in großen und in kleinen Aktionen.“

Auch wenn man in geheimer Wahl nun drei Projekte ausgewählt habe, bringe der Ausschuss allen eingereichten Bewerbungen gleichermaßen Wertschätzung entgegen, erklärte Guido Rütten abschließend. Weitere Bewerbungen eingereicht hatten der Heimatverein Schafhausen und der Heimatverein der Heinsberger Lande.

(red)