Extra-Kinderkrankentage – ohne Attest

Eltern haben länger Anspruch auf KinderkrankengeldExtra-Kinderkrankentage – ohne Attest

Damit Eltern sich während des Schul- und Kita-Lockdowns ohne große finanzielle Verluste um ihre Kinder zu Hause kümmern können, werden die Kinderkrankentage verdoppelt. Damit werden 90 Prozent des Nettogehalts ersetzt. Die Einzelheiten.

Die Kinderkrankentage werden aufgrund der Corona-Pandemie verdoppelt. Das hat das Kabinett am Dienstag beschlossen. „Das ist eine wichtige Entscheidung zur Unterstützung der Familien in diesen schwierigen Zeiten“, sagt Familienministerin Franziska Giffey. „Viele Eltern und vor allem alleinerziehende Mütter und Väter leisten gerade in der Pandemie unglaublich viel.“

Im vergangenen Jahr habe man allerdings erlebt: „Homeoffice, Homeschooling und die Betreuung kleiner Kinder – das alles geht nicht zusammen“, so Giffey. Deshalb bräuchten Eltern, die jetzt in dieser besonders schwierigen Phase ihre Kinder zu Hause betreuen und daher nicht arbeiten können, eine passgenaue Entlastung. „Mit der Ausweitung der Kinderkrankentage wird diese nun geschaffen.“

Die Details

Für Familien gibt es nun mehr Klarheit bei den geplanten zusätzlichen Kinderkrankentagen in diesem Jahr. Die Extra-Tage können nicht nur bei geschlossenen Schulen und Kitas genutzt werden, sondern auch, wenn lediglich die Anwesenheitspflicht ausgesetzt ist oder der Zugang zur Kita eingeschränkt wurde.
Das gilt auch, wenn Eltern lediglich gebeten wurden, ihre Kinder nicht in die Kita zu bringen. Das Kinderkrankengeld können also auch Eltern beantragen, wenn sie im Homeoffice arbeiten könnten.

Wenn das Kind krank ist, muss der Betreuungsbedarf gegenüber der Krankenkasse mit einer Bescheinigung vom Arzt nachgewiesen werden. Wenn ein Kind wegen einer Schul- oder Kitaschließung zu Hause betreut wird, reicht eine Bescheinigung der Kita oder der Schule. Diese muss dann bei der Krankenkasse eingereicht werden muss. Ein ärztliches Attest ist nicht erforderlich.
Ja. Die 20 bzw. 40 Tage können sowohl für die Betreuung eines kranken Kindes verwendet werden als auch für die Betreuung, wenn die Schule oder Kita geschlossen sind beziehungsweise die Präsenzpflicht aufgehoben oder der Zugang eingeschränkt wurde.
Nein, auch wenn die Präsenzpflicht in der Schule aufgehoben, der Zugang zur Kita eingeschränkt wurde oder nur die Klasse oder Gruppe nicht in die Schule bzw. Kita gehen kann, haben Eltern Anspruch.

„Diese Leistung hilft vielen Familien jetzt direkt und wird einen entscheidenden Beitrag zur Kontaktreduzierung und zur Eindämmung des Infektionsgeschehens bewirken“, sagte Familienministerin Giffey. Noch in dieser Woche werde die Befassung im Deutschen Bundestag erfolgen.

Hintergrund

Bund und Länder hatten letzte Woche vereinbart, die Kinderkrankentage pro Elternteil in diesem Jahr von 10 auf 20 zu verdoppeln, für Alleinerziehende von 20 auf 40. Kinderkrankengeld zahlt die gesetzliche Krankenkasse normalerweise, wenn Eltern wegen der Pflege eines kranken unter 12-jährigen Kindes nicht arbeiten gehen können. Es beträgt 90 Prozent des Nettoverdienstes.

Am Dienstag hat die Bundesregierung die entsprechende Gesetzesänderung auf den Weg gebracht. Sie muss noch durch den Bundestag, soll aber dann rückwirkend zum 5. Januar gelten.