Lars Klingbeil – #1 von 400Tausend

Ich bin Lars Klingbeil und als ich Anfang 20 war, hat ein Nazi zu mir gesagt: „Wir kommen dich besuchen, Klingbeil.“ Das ist einer der Sätze, die sich mir am meisten eingebrannt haben. Ich hatte ein paar Jahre vorher begonnen, mich politisch zu engagieren. In einer Nachbarstadt gab es ein Nazi-Zentrum, in dem immer wieder Vorträge und größere Veranstaltungen stattfanden. Dagegen haben wir uns gewehrt. Als dann ein paar Jahre später die rechtsradikale NPD in Hannover zu einer Demonstration aufrief, hielten wir dagegen und die Nazis drohten uns. Damals habe ich vielleicht zum ersten Mal verstanden, was es bedeutet, „Politik zu machen“.
„Politik machen“, das heißt für mich: Verantwortung zu übernehmen. Sich in die erste Reihe stellen und den Brandstiftern mit aller Kraft entgegenzutreten. Egal, ob sie mit Worten oder mit Gesetzen spalten wollen. Egal, ob sie Hass sähen oder dafür sorgen, dass die einen immer mehr haben und den anderen immer weniger bleibt. Auch das spaltet. Und nichts davon – weder Hass, noch Ungleichheit, noch Argwohn darf unsere Gesellschaft zerreißen.
„Politik machen“ das heißt für mich: dafür zu sorgen, dass alle Menschen in diesem Land gut zusammenleben können, egal wie unterschiedlich ihre Perspektiven, ihre Überzeugungen und ihre Interessen sind. Es bedeutet, dafür einzustehen, dass alle Menschen, egal wie ihr Lebensweg verlaufen ist und unabhängig davon wie viel sie verdienen oder welchen Abschluss sie haben, Respekt bekommen. Es bedeutet, dass wir uns denen, die Menschen gegeneinander ausspielen wollen, entgegenstellen. Das alles ist die besondere Aufgabe der Sozialdemokratie. Diese Aufgabe ist nicht immer leicht. Aber sie ist nötig. Darum bin ich stolz in dieser Partei zu sein, froh einen Kanzlerkandidaten zu haben, der diesen Respekt ins Zentrum seines Handelns stellt und ich bin dankbar für jeden und jede einzelne, die jeden Tag gemeinsam mit uns Politik macht.